Priesterschaft

Der hohe Priester

In den alten Überlieferungen entspricht der Hohe Priester in seiner detaillierten Beschreibung dem Ursprungsmenschen, dem "Adam-Kadmon", in dem die Überlieferung die nichtstoffliche "Matrix" des Menschen auszudrücken vermag. Der "Adam-Kadmon", stellt den Menschen im Zustand des All-Ein`s-Seins dar. Mit dieser Fähigkeit wird er als verantwortliches Wesen in die Welt gestellt und erscheint in den Erzählungen als Idealbild des Menschen, als Adam im Paradies; Dieser "Adam" repräsentiert die gesamte Schöpfung noch vor dem Nehmen vom Baum der Erkenntnis. Das Paradies, der "Gan Eden", gilt u. a. auch als das Symbol einer noch nicht aus der geistigen Einheit gefallenen Schöpfung. Nach dem "Fall aus dem Paradies" findet sich auch der Mensch in einer, in die materielle Vielheit, zersplitterten Einheit wieder.

Funktion des Hohenpriesters

Bis in die Zeit der römischen Herrschaft hatte der Hohepriester sein Amt bis an sein Lebensende inne; das Amt selbst war erblich. Die Römer unterbrachen diese Linie, indem sie den Hohenpriester benannten und auch absetzten.

Im Bereich der Religion hatte der Hohepriester die zentrale Funktion. In allen Fragen der Religion, der Priesterschaft und des Gottesdienstes hatte er die oberste Aufsicht und Weisung. Er musste eine besondere kultische Reinheit wahren und war der einzige, der einmal im Jahr zu Jom Kippur (Versöhnungstag) das Allerheiligste des Tempels betreten durfte. Dort empfing er stellvertretend für das Volk die Vergebung Gottes. Im Jahreslauf brachte er die wichtigsten Opfer dar.

Seit der Zeit der Makkabäer war der Hohepriester gleichzeitig auch der oberste politische Führer. Er war Vorsitzender des Hohen Rates oder Sanhedrin (Synedrion). Dieser Rat war der höchste jüdische Gerichtshof und die wichtigste politische Institution, die selbst unter der Herrschaft der Römer noch über erhebliche Autonomie verfügte. Für die Besatzungsmacht war der Hohepriester damit der zentrale Ansprechpartner.

In einem der letzten Bücher des Alten Testaments, dem Ersten Buch der Makkabäer heißt es dazu (1 Makk 14,41-44 ):

Darum beschlossen die Juden und ihre Priester, Simeon solle für immer ihr Anführer und Hoherpriester sein, bis ein wahrer Prophet auftrete.
Auch solle er ihr Befehlshaber sein und für das Heiligtum Sorge tragen; durch ihn seien die Beamten zu ernennen für die Arbeiten am Tempel, für das Land, das Heer und die Festungen.
[Er solle für das Heiligtum Sorge tragen.] Alle hätten ihm zu gehorchen. Jede Urkunde im Land müsse in seinem Namen ausgestellt werden. Auch dürfe er sich in Gold und Purpur kleiden.
Keinem aus dem Volk oder aus der Priesterschaft sei es erlaubt, eine dieser Bestimmungen außer Kraft zu setzen, gegen seine Anordnungen zu verstoßen, ohne seine Erlaubnis im Land eine Versammlung einzuberufen, Purpur zu tragen oder eine goldene Spange anzulegen.

Quelle:

Wikipedia
Esra Voglgsang