Die Evangelien

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Book of Kells, Folio 32v, Christ Enthroned.

Wer immer sich mit dem Christentum befasst, beginnt hier bei den vier Evangelien, mit ihren Berichten von Christi Geburt, Leben, Tod und Auferstehung.
Die Autoren wollten den Menschen bewusst machen, dass Jesus Christus zwar einerseits ein Mensch, andererseits aber weit mehr war: In ihm kam Gott selbst auf die Erde, um sein Volk zu retten.
Die Evangelien sind Zeugnisse des Glaubens und wollen die Bedeutung Jesu für das Leben der Gemeinschaft der Gläubigen erschliessen.

Der Begriff Evangelium kommt aus dem Griechischen (εὐαγγέλιον eu-angelion), was so viel heißt wie „Lohn für das Überbringen einer guten Nachricht“ oder auch nur „gute Nachricht“ oder konkreter „Siegesbotschaft“. Mit den Evangelien sind meistens die vier Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas, und Johannes im Neuen Testament der christlichen Bibel gemeint. Die Verfasser werden auch als die Evangelisten bezeichnet. Der Begriff kann aber auch auf apokryphe Schriften angewendet werden: außerhalb des biblischen Kanons sind verschiedene andere Evangelien überliefert.

Ursprünglich hatte das Wort Evangelium aber eine weltliche Bedeutung. Wenn ein Herrscher gute Neuigkeiten hatte, sandte er Boten auf Plätze der Ortschaften überall im Land und liess sie rufen "Euangelion!, Euangelion!" und alle kamen herbeigreannt.

Nie zuvor war ein Buch euangelion genannt worden. aber für das was die Autoren über Jesus zu sagen hatten, gab es keine herkömmliche literarische Kategorie.

Die Evangelien sind Erzählungen des Lebens Jesu, aber doch mehr als nur Bibliographien, sie sind detailgenau, aber nicht neutral.

Da die Evangelien den Beginn des Neuen Testament bilden, könnte man annehmen, dass sie auch als erste geschrieben worden sind. Aber so verhällt es sich nicht. Sie entstanden in mehreren zeitlichen Etappen.


Evangelium Adolf von Harnack (1851–1930) Encyclopædia Britannica (1899–1903) John A. T. Robinson (1919–1983) Werner Georg Kümmel (1905–1995) Klaus Berger (1940-) Heutige bibelwissenschaftliche Mehrheitsmeinung
Matthäus 70–75 n. Chr. 100–133 n. Chr. 40–60+ n. Chr. 80–100 n. Chr. 71 n. Chr. 80–90 n. Chr.
Markus 65–70 n. Chr. 70+ n. Chr. 45–60 n. Chr. ca. 70 n. Chr. vor 70 n. Chr. ca. 65 n. Chr.
Lukas 79–93 n. Chr ca. 100 n. Chr. 57–60+ n. Chr. 70–90 n. Chr. 65-71 n. Chr. 80–90 n. Chr.
Johannes 80–110 n. Chr. ca. 100 n. Chr. 40–65+ n. Chr. 90–100 n. Chr. 68/69 n. Chr. 110–120 n. Chr.

Im folgenden Abbild können Sie Informationen zu den einzelnen Evangelisten und deren Evangelien einholen.