Abraham, Isaak, Jakob
Erzväter
Erzväter
Abraham war nach dem biblischen Verständnis der Urvater der Juden und stammte nach der Genesis aus Ur am östlichen Ende des Fruchtbaren Halbmondes. Er bekam von JHWH den Befehl: Gehe weg von deinem Vaterland und deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Haus in ein Land, das ich dir zeigen will! (1.Mose 12,1) Dann wanderte er mit seiner Sippe auf dem Weg über die nördlichen Städte des Fruchtbaren Halbmondes nach Kanaan.
Die Genesis berichtet, dass Abrahams Enkel Jakob am östlichen Ufer des Flusses Jabbok in einen Ringkampf mit einem Engel geriet. Dann erhielt er von JHWH den Namen „Israel“ (Hebräisch Jisrael = Kämpfer mit o. für Gott). Er hatte zwölf Söhne, die zu den Stammvätern der Zwölf Stämme Israels (Israeliten) wurden: Ruben, Simeon, Levi, Juda, Issachar, Sebulon, Benjamin, Dan, Naftali, Gad, Ascher und Josef. Josef, Jakobs Lieblingssohn, wurde aus Neid von seinen Brüdern an ägyptische Sklavenhändler verkauft. Durch seine Talente gelangte er in eine einflussreiche Position am Pharaonenhof und konnte seine Angehörigen nachholen.
Abraham
In der Tora wird im 1. Buch Mose (Buch Genesis, Gen 11,27 Gen 25,10) die Geschichte Abrahams geschildert.
Abraham heißt ursprünglich Abram, hebräisch Avram, deutsch: „der Vater ist erhaben“. Der Gott Israels ändert den Namen zu Abraham, was „Vater der Vielen“ heißt.
Sein Vater Terach zieht aus der Stadt Ur in Chaldäa - dem Süden des heutigen Irak - nach Harran (bei Şanlıurfa) in der heutigen Türkei, um dort zu wohnen. Er nimmt seinen Sohn Abram und seinen Enkel Lot - dessen Vater Haran bereits verstorben ist - sowie Sarai, die Frau Abrams, mit. In Harran wird Abram von Gott aufgefordert, in ein Land zu ziehen das er ihm zeigen wird( Gen. 12,1). Im Alter von fünfundsiebzig Jahren zieht Abram mit seiner Frau Sarai und seinem Neffen Lot nach Kanaan. Den Besitz und die Leute, die sie in Harran erworben hatten, nehmen sie mit.
Als über das Land eine Hungersnot kommt, zieht Abram mit seiner Sippe nach Ägypten. Dort gibt er seine Frau Sarai als seine Schwester aus und sie wird in das Haus des Pharaos geholt, ohne dass dieser weiß, dass sie die Ehefrau von Abram ist. Nachdem der Pharao dies erfährt, hält er Abram seine Lüge vor, gibt ihm seine Frau zurück und lässt ihn mit allem was ihm gehört fortgeleiten (Gen 12 ).
Abram und Lot besitzen viele Schafe und Rinder und zwischen ihren Hirten kommt es andauernd zu Streit. Schließlich trennt sich Abram von Lot. Während Lot in das Jordantal zieht (in die Nähe von Sodom und Gomorra), wohnt Abram weiter im Lande Kanaan in der Nähe von Hebron. Nach ihrer Trennung erhält Abram von Gott die Verheißung reicher Nachkommenschaft (so Gen 13,15-18) und großen Landbesitzes in Kanaan.
Sarai, Abrams Frau, gebiert ihm kein Kind. Sie fordert Abram gemäß dem auch anderwärts bezeugten Rechtsbrauch auf, ihre junge Sklavin Hagar zu nehmen, mit der er seinen ersten Sohn Ismael zeugt (Gen 16 ), nachdem sie zehn Jahre in Kanaan wohnen. Als Hagar schwanger ist, kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Hagar und Sarai. Hagar flieht in die Wüste, dort erscheint ihr der Engel des Herrn und teilt ihr mit, dass sie wieder zu Sarai umkehren soll (Gen 16,9 ) und aus ihrem Sohn eine sehr große Nachkommenschaft entstehen wird. Ihren Sohn soll sie Ismael nennen, der ein wilder, streitbarer Mensch sein wird. Als Abram 86 Jahre alt ist, gebiert ihm Hagar den Ismael.
Als Abram 99 Jahre alt ist, schließt Gott einen Bund mit ihm und fordert von ihm und seinen Nachkommen fortan das Zeichen der Beschneidung. Gott sagt ihm, dass er ihn segnet und er ein Vater vieler Völker sein wird und gibt Abram (אַבְרָם) und seiner Frau Sarai (שָׂרַי) neue Namen: Abraham (אַבְרָהָם) und Sara (שָׂרָה) (Gen 17 EU). Gott verspricht, dass er Sara segnen will und sie ihm innerhalb von einem Jahr einen Sohn zur Welt bringen wird. Des Weiteren verheißt er, dass aus ihr Völker und Könige hervorgehen sollen. Den Sohn seiner Frau Sara soll er Isaak nennen, denn mit Isaak will Gott seinen ewigen Bund aufrichten.
Gott spricht mit Abraham über die Sünden, die in Sodom und Gomorra geschehen. Abraham sieht dann, wie im Gebiet von Sodom und Gomorra der Rauch wie von einem Ofen aufsteigt, als die Gegend von Gott zerstört wird.
Tatsächlich wird Sara schwanger und gebiert ein Jahr später Isaak, als Abraham hundert Jahre alt ist.
Nach Auseinandersetzungen zwischen Sara und Hagar um die Rechtmäßigkeit ihrer Söhne Isaak und Ismael werden Hagar und Ismael verstoßen. In der Wüste werden sie von Gott vor dem Verdursten gerettet (Gen 21,17 ).
Die biblische Erzählung findet einen Höhepunkt in der Bindung Isaaks, nach der Gott Abraham befiehlt, seinen Sohn zu opfern. Damit wird der Glaube Abrahams auf die Probe gestellt. Tatsächlich sendet Gott jedoch im letzten Augenblick einen Widder, den Abraham an Stelle seines Sohnes opfert (Gen 22). Die Erzählung der „Bindung Isaaks“ spielt auf einem Berg im Land Moria. Nach jüdischer Überlieferung handelt es sich hier um den Tempelberg in Jerusalem.
Abraham stirbt nach Gen 25,7-10 im Alter von 175 Jahren und wird in der Höhle Machpela bestattet, wo bereits Sara begraben liegt.
Abrahams Gewicht im Christentum
Abraham wird im Neuen Testament im Stammbaum Jesu aufgeführt (Mt 1,1-17 ) und erscheint darüber hinaus an vielen Stellen als Vorbild und „Vater des Glaubens“ (Mt 3,9 ).
Das Lukasevangelium stellt Abraham im Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus vor als Vater der im Leben Benachteiligten (Lk 16,19-31 ). Der arme Lazarus wird nach seinem Tod „in Abrahams Schoß“ (Lk 16,22 ) aufgenommen.
Im Johannesevangelium scheiden sich am rechten Verhältnis zu Abraham die Geister zwischen Jesus und einigen jüdischen Gegnern, die ihn verfolgen.
Im Römerbrief (Röm 4,1-25 ) wird Abraham zum Gegenstand und Paradigma einer der wesentlichen theologischen Lehren des Paulus. Danach seien Abraham die göttlichen Verheißungen nicht wegen seiner „Gesetzeswerke“, sondern durch „Glaubensgerechtigkeit“ zuteil geworden (Röm 4,13 ).
Darüber hinaus sind auch die Gestalten der Sara und Hagar im Galaterbrief des Paulus zum Anlass ausführlicher Auslegungen zum Thema „Gesetz und Freiheit“ geworden (Gal 4,21-31). Darin wird Ismael, der Sohn Hagars, mit Knechtschaft und fleischlicher Existenz verbunden, während Isaak, der Sohn Saras, als „Kind der Verheißung“ und der Freiheit gesehen wird. Damit stehe Isaak für das befreite Christentum, Ismael jedoch für das weiterhin in Knechtschaft existierende Judentum.
Isaak
Da der Name den Wortstamm vom hebräischen Verb „lachen“ enthält, bedeutet er wahrscheinlich soviel wie „Gott möge freundlich lächeln ...“ oder einfach „Gott möge lächeln“.
Seine Geschichte wird in der Genesis erzählt (Gen 21-28 ). Er lebte nach den biblischen Erzählungen etwa im 19. Jahrhundert v. Chr.. Zusammen mit seinem Vater Abraham und seinem Sohn Jakob wird er zu den Erzvätern Israels gezählt.
Von Isaak ist von allen drei Erzvätern am wenigsten biblisch überliefert.
Er ist der zweitgeborene Sohn Abrahams, der einzige, den er mit seiner Frau Sara zeugte. Seinen Namen erhält er schon vor der Geburt (Gen 17,19 ) durch Gott, da Sara über die Ankündigung der Geburt in ihrem hohen Alter gelacht hat. Im Alter von acht Tagen wird Isaak beschnitten. Abraham wird von Gott auf die Probe gestellt, indem er seinen Sohn Isaak opfern soll (Gen 22 ) (hebr.: Akeda). Doch Gott greift im letzten Moment ein und rettet Isaak.
Nach dem Tod Saras schickt Abraham einen Diener in seine Heimat in die Gegend von Haran, um für Isaak eine Frau zu suchen. Der Knecht trifft dort auf Rebekka, eine Enkelin des Bruders von Abraham. Sie und ihre Eltern erklären sich mit der Heirat einverstanden, und Rebekka zieht mit dem Knecht zurück nach Kanaan. Rebekka gebiert ihrem Mann Zwillinge: Esau und Jakob.
Isaak erlangt großen Reichtum, erblindet jedoch im Alter. So kann sich der zweitgeborene Sohn Jakob von ihm mit Hilfe bzw. auf Anstiftung seiner Mutter Rebekka den Segen, der eigentlich für Esau bestimmt war, erschleichen. Nachdem Isaak im Alter von 180 Jahren stirbt, wird er von seinen beiden Söhnen gemeinsam begraben (Gen 35,29)
Isaak im Neuen Testament
Im Neuen Testament wird die Opferaufforderung an Abraham und die damit verbundenen Liebe und Treue zu Gott und von Gott dem Menschen gegenüber im Kern klar zum Ausdruck gebracht.
Gott opfert Jesus seinen Sohn für die Menscheit.
Offenkundig will die Formulierung von Röm 8,32, dass Gott seinen eigenen Sohn nicht verschont habe, im Licht von Gen 22 gelesen werden sollte, sowie auch Gen 22,12.16 und Joh 3,16 .
Jakob
Jakob ist hebräischer Herkunft und bedeutet ursprünglich “Gott möge schützen”. Schon in der Bibel wird der Name auch als Fersenhalter oder Überlister interpretiert.
Jakob lebte nach biblischem Bericht etwa im 18. Jahrhundert v. Chr. Er wurde als zweiter Sohn seiner Eltern Isaak und Rebekka geboren, sein Zwillingsbruder Esau wurde kurz vor ihm geboren.
Er hat sich bei der Geburt an der Ferse festgehalten, deshalb ist der Name im hebräischen auch Synonym für Fersenhalter. „Isaak hatte Esau lieber, denn er aß gerne Wildbret; Rebekka aber hatte Jakob lieber.“ (Genesis 25,28 Einheitsübersetzung) Als Esau eines Tages hungrig vom Feld kam, verkaufte er sein Erstgeburtsrecht an Jakob für ein Linsengericht. Als Isaak alt wurde, erschlich sich Jakob auf Initiative und mit Hilfe seiner Mutter den Erstgeburtssegen von Isaak.
Aus Angst vor Esaus Zorn schickte Rebekka Jakob nach Harran zu ihren Verwandten. Dort diente er Laban, dem Bruder seiner Mutter, jeweils sieben Jahre für dessen Töchter Lea und Rachel und heiratete sie beide. Weil Rachel zunächst keine eigenen Söhne gebar, hatte er sich auch mit den jeweiligen Hauptmägden seiner beiden Frauen gepaart, die auch deren Halbschwestern waren. Nach weiteren sechs Jahren machte sich Jakob mit seiner Familie wieder auf den Rückweg nach Kanaan, wobei seine Frau Rachel ihrem Vater auch den Hausgott stahl und unerkannt außer Landes trug. In der Nacht, bevor sie auf Esau trafen, griff am Fluss Jabbok ein Engel Jakob an und rang mit ihm die ganze Nacht. Als die Morgendämmerung heraufzog, ließ Jakob ihn nur gegen einen Segen ziehen. Er erhielt von dem Engel den Namen Israel - Gottesstreiter - denn er hätte mit Gott und Menschen gerungen und gesiegt. Dies war das letzte Mal im Alten Testament, dass ein Mensch körperlichen Kontakt mit Gott (אֵל El) hatte - nicht einmal Moses oder David erfuhren diese Ehre.
Jakob versöhnte sich wieder mit Esau.
Jakobs Tod und Nachkommen
Aus Jakobs Söhnen gingen die Zwölf Stämme Israels hervor ( Genesis, 35,22-27).
Mit diesen hatten dann Esaus Nachkommen wieder Streit um Landrechte.
Daneben hatte er auch eine Tochter mit Namen Dina, um deren Jungfräulichkeit und die betroffene Stammesehre sich besonders Juda kümmerte. Jakob (= Israel) starb schließlich nach einem Aufenthalt von siebzehn Jahren in Ägypten, wohin sein Sohn Josef ihn und seine übrigen Söhne geholt hatte, nachdem in Kanaan eine Hungersnot ausgebrochen war. Vor seinem Tod hatte er Josef rufen lassen und ihm erklärt, dass er die beiden Söhne Josefs namens Efraim und Manasse als seine eigenen Söhne anerkenne (Genesis 48, 5-7).
Als Jakob Israel die beiden segnete, gab er Efraim, dem jüngeren, den Segen des Erstgeborenen und Manasse, dem älteren, den Segen des Zweitgeborenen; obwohl Josef dagegen protestierte und versuchte, seinen Vater zu einem Segen entsprechend der Reihenfolge der Geburten zu bewegen, beharrte dieser auf der von ihm gewählten Reihenfolge ( Genesis 48, 20-22).
Zwölf Stämme Israels
* Ruben
* Simeon
* Levi
* Juda
* Dan
* Naftali
* Gad
* Ascher
* Issachar
* Sebulon
* Josef
o Manasse
o Ephraim
* Benjamin







