Die Kreuzfahrerzeit


Die Kreuzfahrerzeit dauerte von 1099 bis 1291 an.

Mit dem Aufruf Papst Urbans II. (1095), das Heilige Land von den Ungläubigen zurück zu erobern, beginnt
die Periode der Kreuzritter. Im Juli 1099 nahmen die Ritter des 1. Kreuzzuges und ihre Pöbeltruppe nach fünfwöchiger Belagerung Jerusalem ein. Die meisten nichtchristlichen Stadtbewohner wurden niedergemetzelt. Die in den Synagogen verschanzten Juden verteidigten ihr Stadtviertel vergebens; sie wurden verbrannt oder in die Sklaverei verkauft. In den folgenden Jahrzehnten dehnten die Kreuzritter durch Verträge, meist aber durch blutige Eroberungen, ihre Macht auf den Rest des Landes aus. Das lateinische Königreich der Kreuzritter wurde von einer kriegerischen Minderheit beherrscht und beschränkte sich hauptsächlich auf befestigte Städte und Burgen.

Als die Kreuzritter die Handelswege von Europa öffneten, wurden Pilgerfahrten ins Heilige Land zunehmend beliebt. Viele Juden versuchten auf diese Weise, in ihre Heimat zurückzukehren. Zeitgenössische Quellen belegen die Ankunft einer Gruppe von 300 Rabbinern aus Frankreich und England, von denen sich einige in Akko, andere in Jerusalem niederließen.

Saladin

Als ein muslimisches Heer unter Saladin (1187) die Kreuzritter stürzte, erlangten die Juden wieder größere Freiheiten, darunter das Recht, in Jerusalem zu wohnen. Nach dem Tod Saladins (1193) konnten die Kreuz-ritter wieder im Land Fuß fassen, ihre Stellung blieb jedoch auf ein Netz von Burgen beschränkt. Mit dem Sieg der Mamelucken, einer in Ägypten aufgestiegenen Militäroligarchie, ging die Kreuzfahrerzeit 1291 endgültig zu Ende.