Osmanisches Reich

Sultan Süleyman I. erweiterte das Reich der Osmanen um ein Vielfaches und begründete den Weltmachtstatus seines Reiches

Der türkische Sultan Selim I. besiegte 1516 Syrien und das damalige Palästina. Unter der osmanischen Herrschaft entstanden 1540 die Stadtmauern Jerusalems. Die osmanischen Türken aus Kleinasien besiegten die Mamluken 1517 und beherrschten Palästina mit kurzen Unterbrechungen bis zum Winter 1917/18.

Das Land war unterteilt in verschiedene Bezirke, deren Verwaltung weitgehend in der Hand arabischer Palästinenser lag. Den christlichen und jüdischen Gemeinden wurde jedoch ein großes Maß an Autonomie zugestanden. Während des 16. Jahrhunderts erlebte Palästina im Schatten des Osmanischen Reiches eine erneute Blüte bis zu dessen Abstieg im 17. Jahrhundert.

Zwischen 1831 und 1840 dehnte Mehmed Ali, Vizekönig und Begründer des modernen Ägypten, seine Herrschaft auch über Palästina aus. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts suchten zahlreiche Juden auch aufgrund des zunehmenden Nationalismus in Europa eine neue Heimat und kamen ins "Gelobte Land" nach Palästina. 1880 stellten die arabischen Palästinenser etwa 95 Prozent der Gesamtbevölkerung von rund 450 000 Einwohnern. Dennoch reagierten einige palästinensische Führer alarmiert auf die jüdische Einwanderung und wurden zu unnachgiebigen Gegnern des Zionismus.

Der allmähliche Niedergang der osmanischen Verwaltung ließ das Land von neuem ins Elend sinken. Ende des 18. Jh. bestellten verarmte Pachtbauern ein von seinen abwesenden Großgrundbesitzern ausgesogenes und vergessenes Land. Die Steuerlast war ebenso unerträglich wie willkürlich. Die großen Wälder Galiläas und des Karmel wurden abgeholzt, Sumpf und Wüste breiteten sich auf ehemaligem Acker-land aus.