Britische Herrschaft
Mandat
Das Völkerbundsmandat für Palästina(arabisch الانتداب البريطاني على فلسطين; hebr. המנדט הבריטי על פלשתינה) war ein Klasse-A-Mandat des Völkerbundes, das nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches nach dem ersten Weltkrieg an der Konferenz von Sanremo 1920 Großbritannien übertragen wurde. Das Mandatsgebiet bestand aus den Gebieten des heutigen Israel und Jordanien, dem Gazastreifen, dem Westjordanland sowie aus Teilen der Golanhöhen.
Vor dem Ende des Ersten Weltkrieges war Palästina ein Teil des Osmanischen Reiches. Die Briten besiegten die osmanischen Truppen im Jahre 1917 unter General Edmund Allenby und besetzten Palästina und Irak. Anschließend richteten sie eine Militärverwaltung ein, die Occupied Enemy Territory Administration (OETA), es galt aber noch bis zur San-Remo-Konferenz das osmanische Zivilrecht.
Col. T. E. Lawrence, Emir Abdullah, Air Marshal Sir Geoffrey Salmond, H.B.M. high commissioner, Sir Herbert Samuel, Sir Wyndham Deedes und andere in Palästina, 1920/25
Während des ersten Weltkrieges hatten die Briten zwei Versprechungen bezüglich der Gebiete im Nahen Osten gemacht. Durch Lawrence von Arabien versprachen die Briten den Arabern für ihre Unterstützung eine unabhängige arabische Heimstätte, die fast den gesamten arabischen Nahen Osten umfassen sollte. Den Juden hatte Großbritannien in der Balfour-Deklaration gleichzeitig eine nationale unabhängige Heimstätte (Eretz Israel) versprochen.
Die Briten hatten in der Hussein-McMahon-Korrespondenz zuvor den Haschemiten – im Gegenzug für deren Unterstützung bei der großen arabischen Revolte während des Weltkrieges – die Herrschaft über das meiste Land der Region zugesagt.
Als die Alliierten die Mittelmächte geschlagen hatten, wurde dem Vereinigten Königreich im Sinne des Friedensvertrages von Versailles die Kontrolle über Palästina übertragen und Herbert Louis Samuel, ein ehemaliger Postminister im britischen Kabinett, wurde zum ersten Hochkommissar in Palästina ernannt.
1920 wurde bei der San-Remo-Konferenz in Italien das Völkerbundmandat über Palästina grundsätzlich dem Vereinigten Königreich übertragen. Die genaue Definition folgte erst zwei Jahre später. Palästina meinte all jene Gebiete, aus denen später der Staat Israel hervorgehen sollte, außerdem den Gazastreifen, das Westjordanland, Teile der Golanhöhen, sowie das Königreich (Trans-)Jordanien. Nach Einschätzung des Zensus vom Oktober 1922 bestand die Bevölkerung Palästinas (ohne die britischen Garnisonen, und die Beduinen des südlichen Distriktes) aus 757.182 Menschen, davon waren 590.890 Muslime, 83.794 Juden, 73.024 Christen und 7.028 Drusen.[1] Das Gebiet war multi-ethnisch, Arabisch war die Hauptsprache, vorherrschende Religion war der Islam. Die Bodenbesitzverhältnisse veränderten sich zwischen 1918 bis 1948 nur unwesentlich (1918: 2,5 % des Bodens jüdisch, 1948: 5,67 %), obwohl sich die Bevölkerungsverhältnisse vor allem durch die Einwanderung zionistischer Juden stärker verschoben (1948: 33 % jüdische Bewohner).






